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Was ist Information?


Nachdem wir im letzten Beitrag darauf geschaut haben, was "Wissen" ist, kommt hier die weitere Information ... ach nee, ich meinte, hier kommt der Beitrag über "Information". Wissen, hatte ich erläutert, wird in einigen Forschungszweigen angesehen als die individuelle kognitive Konstruktion - das, was du aus Information bekommst. Beispielsweise ist dies ein Ansatz der in der Strukturgenese (z.B. Gabi Reinmann) so dargestellt wird.


Was ist dann aber Information?

Wenn du Wissen für andere Lebewesen verfügbar machst, beispielsweise indem du einen Post oder eine Blogbeitrag schreibst, dann stellst du Information zur Verfügung. Wenn es dann jemand anders liest, dann baut er oder sie wieder Wissen daraus - verknüpft mit dem Zeugs, was er oder sie ohnehin schon im Kopf hat. Schreiben ist dabei aber nicht immer nötig! Je nach Kontaktlebewesen reicht beispielsweise schon ein beherztes Schnuppern am Schritt, um essentielle Informationen zu bekommen. Nein, dazu rate ich dir wirklich nicht, aber ich frage mich manchmal schon, was mein Hund so alles weiß, was ich nicht mal ahne...


Information gilt derzeit als eine der wichtigsten Grundgrößen - wir leben im Informationszeitalter! Information steht damit neben Materie und Energie. Das spannende dabei ist: Information ist in Materie und Energie enthalten, Materie und Energie dienen dem Transport oder der Aufbewahrung von Information. ABER: Materie und Energie SIND nicht Information!

Ein einfaches Beispiel verdeutlicht das: wenn du ein Stück Schokolade hast dann hat das eine bestimmte Menge. Diese kannst du teilen, dann hast du zwei Stücke Schokolade. Nehmen wir mal an, du bist fair und teilst in zwei gleich große Stücke. Wenn du die dann selbst isst, dann hast du mehr Kalorien und weniger Freunde. Aber auch wenn du sie teilst, hat jedes einzelne der zwei Stücke Schokolade die gleiche Grundinformation wie das vorherige Stück. Auch wenn jedes der beiden Teilstücke weniger Energie und weniger Materie hat, als das Gesamtstück. Interessant ist es, wenn du die Schokolade teilst. Nehmen wir an, es ist ein schönes Stück salzige Zartbitterschokolade (ich mag das!). Es besteht durchaus die Möglichkeit, das jedes dieser identischen Stücke (auf Informationsebene!) beim einen Menschen "lecker" auslöst und beim anderen Menschen "IGITT!". Aber wer teilt schon seine salzige Zartbitterschokolade... ;-)


Manchmal ändert sich auch die Information, wenn man in die Materie und die Energie eingreift. Beispielsweise wenn du ein lebendiges nettes Hühnchen hast, dann hat dies eine ganz andere Information, als wenn du es teilst... okay, doofes Beispiel, aber die Idee ist klargeworden (ich bin übrigens vegan, ich teile keine Hühnchen, schon gar keine lebendigen!).


Aufgrund dieser seltsamen Einarten von Information ist es total schwierig, den wirtschaftlichen Wert von Information zu bemessen. Wenn ich hier etwas aufschreibe, dann bekomme ich dafür zunächst mal keinen materiellen Wert. Trotzdem teile ich mein Wissen als Information. Du kriegst das gratis. Wenn ich meine Schokolade mit dir teile, dann habe ich weniger Schokolade. Wenn ich meine Information mit dir teile, dann habe ich hinterher nicht weniger Information als vorher! Eventuell habe ich später sogar noch mehr Information! Genau das ist auch das Problem bei der Preisbemessung von Büchern. Und es kommt noch schlimmer! Eine Information, die heute gar nichts wert ist, kann morgen sehr viel Wert sein! Und umgekehrt. Viele Informationen haben auch einen absolut individuellen Wert - für dich unglaublich wertvoll, für andere quasi bedeutungslos.


Was machen wir also mit Information?

Information ist ein Gewinn an Wissen. Aber nicht immer will man dieses Wissen alles haben! Aktuell ertrinken wir in Information und haben das große Problem, dass wir nicht wissen, wie wir aus den ganzen Informationen, die wir aufnehmen, Wissen machen sollen. Viel gelesen, nix gewusst? Na ja, ganz so ist es nicht. Aber es ist auch sehr schwer, gute von schlechter Information zu unterscheiden, manipulativen Information von gezielter Information, Desinformation - die auch nur Information ist - von korrekter Information, schützende Information vor aggressiver und so weiter und so fort. Wer kann eine Orientierung geben? Vielleicht Gesellschaft und Kultur? Oder eben die grade nicht, denn wir haben ja letztes Mal im Blog gelernt, dass Wissen gesellschafts- und kulturabhängig ist. Eine Information kann eine Nachricht, eine Auskunft, eine Belehrung oder auch eine Aufklärung sein. Wichtig für das Verständnis des gesamten Umfangs und der Bedeutung der Information ist in den meisten Fällen, dass man weiß, wer der Ersteller der Information ist und zu welchem Zweck eine Information erstellt wurde. Hier fangen die Probleme schon an: wie beurteile ich, wie zuverlässig eine Information ist? Wie entscheide ich, wem ich Glauben schenke, wem

ich erlaube, mein Wissen zu bereichern (so es denn eine Bereicherung ist) und wem ich den Glauben entziehe? Wenn ich jemandem misstraue, dann konstruiere ich aus der gegebenen Information unter Umständen ein ganz anderes Wissen, als vom Ersteller beabsichtigt wurde.


Eine Information ist zum Beispiel auch eine zusammengesetzt Mitteilung, die beim Empfänger eine bestimmtes Verhalten bewirkt (hier grüßt Schulz von Thun, der Kommunikation sehr gut analysiert hat). Sehr schön sind dabei auch Wortklaubereien oder das wörtlich nehmen einer Information. Kleines Beispiel gefällig?

Information: "Sie sollen das Leben in vollen Zügen genießen!"

Mein Gedanke: "In vollen Zügen genieße ich das Leben in der Regel nicht..."

Was macht dein Gehirn aus diesen Sätzen?


Positiv anzumerken ist: die meiste Information geht einfach an dir vorbei. Glaubst du nicht? Ist aber so. Das ist, ganz verkürzt gesagt, eine Schutzfunktion deines Gehirns, bzw. deiner Kognition. Alles andere würde zu einer noch höheren Informationsüberflutung führen. Halt mal einen Moment Inne und lausche mal genau, was alles an Geräuschen da ist, was du alles riecht, schmeckst, fühlst, siehst. Und das war noch nichtmal alles. Auch auf der energetischen Ebene findet Informationsaustausch statt - auch wenn viele Menschen diese Idee nach wie vor ablehnen.


Information muss auf jeden Fall abgegrenzt werden von Zufallssignalen - Zufallsinformation ist weitestgehend bedeutungslos. Man kann festhalten, dass eine Information dann vorliegt, wenn es eine zeitliche oder räumliche Anordnung von Signalen (meist physikalischen Signalen) gibt, die mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit oder Häufigkeit auftreten. Information ist in Form, Muster, Struktur, sie ist unter anderem in zeitlichen Strukturen (z.B. Rhythmen), in Hierarchien, es gibt die genetische Information, Bild- und Toninformation und Information durch Materie- und/oder Energietranfer zwischen Lebewesen (z.B. Peter Wohlleben über die Kommunikation zwischen Bäumen).

Aber heißt das dann auch, dass sich so viele Spiritualisten nicht täuschen können, wenn sie alle behaupten, ähnliche Information zu bekommen? Diese Frage bleibt heute auf jeden Fall offen :-)


Sehr sehr spannend das alles. ... damit ist diese Information zu Ende. Zum Nachlesen:

* Schlagwort Wissensmanagement bei Gabi Reinmann

* Schlagwort Strukturgenese bei Gabi Reinmann und H. Mandy

* Buch Information von James Gleick


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